Gesundheitskosten 2023 um weitere 2,4 Prozent gestiegen
Das Schweizer Gesundheitswesen kostete 2023 rund 94 Milliarden Franken, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Etwas mehr als ein Drittel der Gesundheitskosten 2023 gingen an SpitΓ€ler.Spitalbehandlungen: Ob die Behandlung gut oder schlecht erfolgte, spielt heute bei den Tarifen keine Rolle.
Pro Kopf wurden damit jeden Monat rund 881 Franken fΓΌr die Gesundheit ausgegeben, wie das Bundesamt fΓΌr Statistik BFS meldet. Das Gesundheitswesen wurde 2023 zu ΓΌber 60 Prozent von den Haushalten finanziert. Rund 22 Prozent der Kosten bezahlten Privathaushalte aus der eigenen Tasche und rund 40 Prozent in Form von KrankenkassenprΓ€mien. Der Rest der Kosten wurde von den Kantonen getragen.
Kosten von Privathaushalten steigen stΓ€rker
Die Gesundheitsausgaben der Haushalte stiegen dabei deutlich stΓ€rker als jene der ΓΆffentlichen Hand. WΓ€hrend die Kantone 2023 1,9 Prozent mehr fΓΌr das Gesundheitswesen ausgaben als 2022, stiegen die Ausgaben bei den Haushalten um 4,7 Prozent. Bei den Gesundheitskosten gibt es dabei grosse Unterschiede zwischen den Kantonen. Am hΓΆchsten waren die hΓΆchsten Gesundheitskosten im Kanton Basel-Stadt mit 13'600 Franken pro Kopf. Am anderen Ende der Rangliste fielen die Kosten im Kanton Zug mit 8600 Franken pro Kopf nahezu 40 Prozent tiefer aus.
11,7 Prozent des BIP
Die Gesundheitskosten des Jahres 2023 machten 11,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz aus. Unter den OECD-LΓ€ndern verzeichneten nur die USA (16,7 Prozent) und Deutschland (11,8 Prozent) einen noch hΓΆheren Anteil der Gesundheitskosten. Einen noch hΓΆheren Anteil am BIP machten die Gesundheitskosten in der Schweiz in den Jahren 2020 und 2021 mit je 12,0 Prozent aus. Wie aus den Zahlen des BFS hervorgehen, ist der Anteil seit 1960 aber deutlich gestiegen. Damals machten die Gesundheitskosten noch 4,4 Prozent des BIP aus.
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Pflegeleistungen kosten deutlich mehr
Eine starke Zunahme gab es 2023 bei den Kosten fΓΌr Pflegeleistungen, die unter anderem in den SpitΓ€lern und Arztpraxen erbracht wurden. Diese nahmen von 2022 bis 2023 um sechs Prozent zu. Die Kosten fΓΌr Medikamente und therapeutische Apparate stiegen mit einem Anstieg von 3,4 Prozent etwas weniger stark. 2023 machten die Pflegeleistungen und die GesundheitsgΓΌter zusammen ΓΌber drei Viertel der Kosten fΓΌr Gesundheitsleistungen aus.
Gesunken sind indes die PrΓ€ventionsausgaben. Im Vergleich zum stark von der Covid-19-Pandemie geprΓ€gten Jahr 2022 wurde in der Schweiz 2023 nur halb so viel fΓΌr PrΓ€ventionsmassnahmen ausgegeben.
Etwas mehr als ein Drittel (36,3 Prozent) der Gesundheitskosten gingen an SpitΓ€ler. Die Spitalkosten erhΓΆhten sich damit zwischen 2022 und 2023 um 4,5 Prozent. Bei den Arztpraxen belief sich das Kostenwachstum auf 7,1 Prozent. Die Kosten fΓΌr sogenannte sozialmedizinische Institutionen wie Alters- oder Behindertenheime stiegen um 4,6 Prozent,. Besonders stark fiel der Anstieg 2023 bei den Spitex-Diensten aus (+7,9 Prozent).
Weiterer Kostenanstieg
FΓΌr das Jahr 2024 erwartet das BFS einen weiteren Anstieg der Gesundheitskosten um geschΓ€tzt drei Prozent auf rund 97 Milliarden Franken. Pro Kopf wΓ€ren es dann monatliche Gesundheitskosten von 899 Franken. Die Statistiken des BFS zu den Kosten des Schweizer Gesundheitswesens reichen bis ins Jahr 1960 zurΓΌck. Damals betrugen die Gesundheitskosten pro Kopf und Monat 31 Franken. Seither sind sie kontinuierlich gestiegen. (sda/hzi/pg)