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Allianz Trade-Studie zum Welthandel

Zölle haben sich seit 2024 fast verdoppelt – Lieferketten im Umbruch

Bis Mitte Oktober wurden 309 neue Zölle eingeführt, das sind fast doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2024.

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Handelsbeschränkungen betreffen fast 20 % der weltweiten Importe und Waren im Wert von schätzungsweise 2,7 Billionen Dollar. imago images/VCG

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Die weltweiten Lieferketten haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Der Welthandel befindet sich in einem anhaltenden Umbruch, getrieben durch Geopolitik, Protektionismus und den Auswirkungen des Klimawandels. In seiner neuesten Studie analysiert der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade die Einflussfaktoren sowie Chancen und Risiken für Lieferketten, Handelsdrehkreuze und Transportwege. «Die Lieferketten von Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert: Resilienz kommt inzwischen vor Effizienz», sagt Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. «Unternehmen haben auf die harte Tour gelernt, dass Waren besser später als gar nicht ankommen; längere Transportwege sind inzwischen häufig das kleinere Übel.»
Der Handel zwischen geopolitisch ähnlich ausgerichteten Volkswirtschaften gewinnt im Kontext des Handelskriegs, zunehmender Spannungen und wachsenden Protektionismus an Bedeutung. «Die politische Ausrichtung spielt im Welthandel inzwischen eine sehr grosse Rolle», sagt Gröschl. «Steigt die geopolitischen Distanz  um 10 % , führt dies zu einem Rückgang des bilateralen Handels um etwa -2 %. Das bedeutet auch: Lieferketten müssen sich anpassen.» Diese geopolitische Fragmentierung des Welthandels fällt mit einem Wiederaufleben des Protektionismus zusammen.

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