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Special Cyber Risk

Cyberangriff: Wenn der Worst Case eintritt

Was in den ersten Stunden nach einem Cyberangriff geschieht und was bei der Wiederherstellung beachtet werden muss.

Nathalie Hangartner

Nach einem Cyberangriff ist schnelle Reaktion gefragt.
Nach einem Cyberangriff ist schnelle Reaktion gefragt.Montri - stock.adobe.com

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Sobald ein Unternehmen bemerkt, dass es Ziel eines Cyberangriffs geworden ist, mΓΌssen Dienstleister mit forensischem Wissen aufgeboten werden. Die einzuleitenden Sofortmassnahmen sind in der Versicherungspolice festgelegt, um im Notfall eine schnelle UnterstΓΌtzung zu gewΓ€hrleisten. Aus der Cyberpolice ist klar ersichtlich, welche IT-Spezialisten, Krisenberaterinnen oder RechtsanwΓ€lte aufzubieten sind. Diese Dienstleister sind ΓΌber eine 24/7-Hotline erreichbar, denn Cyberangriffe halten sich in der Regel nicht an BΓΌroΓΆffnungszeiten.
Dadurch gewÀhrleistet der Versicherer eine erste und schnelle Hilfe. Ausserdem erhÀlt er die Übersicht, welche Dienstleister den Fall betreuen und welche Kosten entstehen. In vielen Cyberpolicen kânnen Sofortmassnahmen für eine begrenzte Zeit ohne Selbstbehalt genutzt werden.

Über die Autorin

Nathalie Hangartner ist seit 2019 Teamleiterin Special Risks Claims beim Versicherungsbroker Kessler & Co AG.

Schaden begrenzen

In der ersten Phase eines Schadenfalls ist die Kommunikation entscheidend, wobei jede Partei ihren Aufgabenbereich genau kennen muss. So lΓ€sst sich vermeiden, dass Arbeiten doppelt ausgefΓΌhrt werden oder Schnittstellen nicht sauber getrennt sind. Unternehmen mΓΌssen ihre internen ProzessablΓ€ufe fΓΌr den Ernstfall vorbereitet haben. Es ist nicht nur von zentraler Bedeutung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern diese mΓΌssen auch zeitnah umgesetzt werden. Denn mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, wΓ€chst das Ausmass des Schadens.

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Sichere Wiederherstellung

Sobald die Sofortmassnahmen geregelt sind, kann die Aufbauphase beginnen. Zuerst muss die Sicherheit gewΓ€hrleistet sein, erst dann kann die Wiederherstellung in Angriff genommen werden. Es stellen sich hierbei essenzielle Fragen: Ist der alte Zustand tatsΓ€chlich erstrebenswert, oder kΓΆnnen Optimierungen vorgenommen werden? Welche Komponenten lassen sich aufbereiten, und welche mΓΌssen neu beschafft werden? In vielen Cyberpolicen ist die Systemverbesserung lediglich sublimiert versichert. Ist es nun fΓΌr den Versicherungsnehmer sinnvoll, eine veraltete Lizenz wieder hochzufahren, oder soll er die neuste Version nehmen und sie (teilweise) selbst zahlen?
Verhandlungen mit dem Versicherer rund um den Betriebsunterbruch (BU) bergen einige Konfliktpunkte. Dabei stellen sich zentrale Fragen: Welche Zeitperiode ist massgebend? Welche Kosten fallen tatsΓ€chlich unter den BU? Und wie soll der Beweis erbracht werden? Im Idealfall sammelt das Unternehmen ab dem Tag des Vorfalls Beweise. Dabei wird festgehalten, wer im Notfallstab mitwirkte, wie oft die Taskforce tagte und welche Entscheide wann gefΓ€llt wurden. Eine klare BeweisfΓΌhrung unterstΓΌtzt dabei, das Ausmass festzuhalten, VerstΓ€ndnis fΓΌr die Situation zu schaffen und vor allem den Schaden zu beweisen. Dies unterstΓΌtzt eine effiziente Schadenabwicklung.

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Diskussionen zum BU sind hΓ€ufig emotional aufgeladen. Aus Unternehmenssicht befindet sich das Unternehmen in einer existenziellen Krise und kann nur durch aussergewΓΆhnlich hohen Einsatz gerettet werden. Auf der anderen Seite steht der Versicherer, der den Schaden objektiv bewertet und KΓΌrzungen vornimmt, da nicht jede Schadenposition eine Versicherungsdeckung geniesst.

Koordination bis zum Abschluss

Die Schadenabwicklung mit dem Versicherer ist mit viel Ungewissheit verbunden und kann langwierig sein. Um den Abschluss eines Schadenfalls optimal vorzubereiten, muss technisches, buchhalterisches und auch rechtliches Wissen vorhanden sein. Die Koordination der verschiedenen Bereiche ist eine wichtige Aufgabe.
Auch wenn umfassende Differenzen auftreten, muss die Schadenabwicklung trotzdem zu einem Abschluss kommen. Einen externen Gutachter zu beauftragen, kann den Parteien dabei helfen, eine Lâsung zu finden. Eine weitere zielführende Methode ist, ein finales GesprÀch zu führen, um letzte Streitpunkte zu klÀren und sich über den Schadenbetrag zu einigen. Der Versicherer hÀlt anschliessend in einer Vereinbarung fest, welcher Schadenbetrag zu zahlen ist. Die endgültige Beendigung des Schadenprozesses findet mit der Überweisung der EntschÀdigung statt.

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Dieser Beitrag ist Teil des am 27. Februar 2025 erschienenen HZ-Insurance-Print-Specials Β«Cyber RiskΒ».

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