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Combined Ratio im Vergleich

Die Schweizer Versicherer im Belastungstest

Unwetter, Kostendruck und Fusion: Die Combined Ratio zeigt 2025 eine Erholung – doch die ProfitabilitΓ€t der Versicherer entwickelt sich unterschiedlich.

Andrea Hohendahl

Das UnglΓΌck von Blatten hat die beiden genossenschaftlich organisierten Versicherer Mobiliar und Vaudoise nahe an die technische Verlustgrenze gebracht.
Das UnglΓΌck von Blatten hat die beiden genossenschaftlich organisierten Versicherer Mobiliar und Vaudoise nahe an die technische Verlustgrenze gebracht.SVV

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Unwetter, steigende Reparaturkosten und ein folgenschwerer Bergsturz prΓ€gten die letzten zwei GeschΓ€ftsjahre der Schweizer Versicherungsbranche. Ein Vergleich der Combined Ratio fΓΌr die Jahre 2024 und 2025 zeigt vor allem eins: Die Entwicklung verlief uneinheitlich.
Ein Schadenjahr mit klaren Belastungsspuren
Das GeschΓ€ftsjahr 2024 war geprΓ€gt von einer Serie intensiver Starkregenereignisse, die insbesondere im Sommermonat Juni zu Hochwasser, MurgΓ€ngen und Erdrutschen im Tessin, Wallis und GraubΓΌnden fΓΌhrten. Dies mΓΌndete folglich in erhΓΆhte Schadenaufwendungen, insbesondere in der GebΓ€ude- und Motorfahrzeugversicherung.
Am stΓ€rksten betroffen war dabei die Mobiliar. Die Combined Ratio stieg auf 97,1 Prozent, womit sich der genossenschaftlich organisierte Versicherer der technischen Verlustschwelle annΓ€herte. Treiber waren hohe ElementarschΓ€den sowie ein anhaltender Kostendruck bei Ersatzteilen und Reparaturen, wie der Versicherer damals gegenΓΌber HZ Insurance bekannt gab.
Deutlich robuster prΓ€sentierte sich in derselben Periode die Axa Schweiz. Mit einer Combined Ratio von 90,4 Prozent bestΓ€tigte sie ihre Position als profitabelster grosser Schadenversicherer im Schweizer Markt. Auf nahezu identischem Niveau operierte die Allianz Suisse, die gemΓ€ss regionaler Auswertung im Konzernbericht eine Combined Ratio von 90,0 Prozent auswies.

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Im soliden Mittelfeld lagen die vor ihrer Hochzeit noch getrennt operierende Baloise mit 92,9 Prozent und Helvetia mit 95,0 Prozent. Beide Gesellschaften blieben klar unter der kritischen Marke von 100 Prozent und bestΓ€tigten ihre stabile Underwriting-QualitΓ€t.
Mit einer Combined Ratio von 95,9 Prozent positionierte sich die Schweizer Einheit der Zurich in der Vergleichsperiode im Mittelfeld der Branche und zeigte eine solide, wenn auch weniger aggressive ProfitabilitΓ€t als die fΓΌhrenden Anbieter.
Ebenfalls nahe an der technischen Gewinnschwelle bewegte sich die Vaudoise mit 97,9 Prozent. Wie die Mobiliar war auch die Vaudoise stΓ€rker von den Schadenereignissen betroffen als die grossen internationalen Gruppen.
Eine Sonderstellung nimmt die Generali Schweiz ein. FΓΌr 2024 lΓ€sst sich aus den technischen Ergebnissen eine Quote von ΓΌber 102,1 Prozent ableiten; fΓΌr 2025 liegt diese bei 101,5.
Entspannung mit klarer Rangordnung
Im Folgejahr entspannte sich die Schadensituation fΓΌr viele Anbieter. Die HΓ€ufigkeit grosser Naturereignisse ging zurΓΌck, gleichzeitig wirkten Preisanpassungen und Kostendisziplin stabilisierend. Die Axa Schweiz etwa konnte ihre starke Position halten und wies fΓΌr 2025 eine Combined Ratio von 90,1 Prozent aus. Noch leicht besser entwickelte sich die Allianz Suisse, deren Quote auf 89,8 Prozent sank. Damit gehΓΆrt Allianz Suisse zu den profitabelsten Schadenversicherern im Schweizer Markt.

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Im oberen Mittelfeld etablierten sich Baloise (92,2 Prozent) und Helvetia (93,1 Prozent), die beide ihre Combined Ratios gegenΓΌber dem Vorjahr verbessern konnten. Auch die Zurich Schweiz steigerte ihre ProfitabilitΓ€t und erreichte 94,0 Prozent.
Die Mobiliar blieb jedoch durch GrossschΓ€den belastet. Der Bergsturz von Blatten im Mai 2025 verursachte erhebliche Schadenaufwendungen, dennoch stabilisierte sich die Combined Ratio leicht bei 97,0 Prozent. Die Vaudoise Versicherungen verbesserte sich auf 96,4 Prozent, blieb aber ebenfalls nahe an der Gewinnschwelle.
Fusion als ZΓ€sur fΓΌr den Markt
Ein strukturelles Ereignis des Betrachtungszeitraums war der Zusammenschluss von Helvetia und Baloise zur neuen Gruppe Β«Helvetia BaloiseΒ» per Dezember 2025. Auf Pro-forma-Basis ergibt sich fΓΌr 2025 eine Combined Ratio von 92,8 Prozent, wie der Versicherer in seinem CommuniquΓ© schreibt. Damit entsteht ein gewichtiger Anbieter im oberen Mittelfeld, der kΓΌnftig als Gegengewicht zu den Schweizer Ablegern von Axa und Allianz fungieren dΓΌrfte.

Stabiles Mittelfeld
Die Entwicklung der Combined Ratio gegenΓΌber 2024 zeigt eine spΓΌrbare Erholung der Branche im Jahr 2025. Gleichzeitig bleibt die Spannweite zwischen den Versicherern betrΓ€chtlich. WΓ€hrend die Schweizer LΓ€nderniederlassungen von Allianz und Axa ihre Spitzenpositionen behaupten, etabliert sich ein stabiles Mittelfeld aus Helvetia Baloise und der Zurich Schweiz.

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