Der Schweizer Finanzsektor hat fΓΌr die Schweizer Volkswirtschaft und den Arbeitsmarkt immer noch eine hohe Bedeutung. WΓ€hrend die Banken mittelfristig Stellen verlieren, werden Versicherungen neue Jobs schaffen.
Hohe BruttowertschΓΆpfung
Im Jahr 2022 betrug die BruttowertschΓΆpfung des Finanzsektors 101,1 Milliarden Franken, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics am Donnerstag in seiner jΓ€hrlichen Erhebung zur Bedeutung der Branche mitteilte. Der Anteil an der gesamten Schweizer BruttowertschΓΆpfung lag damit bei 13,3 Prozent. Zudem waren knapp 450'000 Vollzeitstellen mit der Finanzbranche verbunden, was rund 10 Prozent aller Stellen in der Schweiz entspricht. Die direkte WertschΓΆpfung des Finanzsektors - ohne BerΓΌcksichtigung von Zulieferern oder den Konsumausgaben der Angestellten - lag bei rund 71 Milliarden Franken. Damit ist es nach dem Grosshandel (88,7 Milliarden) und der ΓΆffentlichen Verwaltung (77,6 Milliarden) der drittgrΓΆsste Sektor in der Schweiz.
Wichtige Steuerzahler
Auch bei den Steuern spielt der Finanzsektor eine wichtige Rolle. So summieren sich die direkten und indirekten Steuerzahlungen 2022 laut der Studie auf 18 Milliarden Franken. Mit einbezogen sind dabei auch Finanzmarktbezogene Steuern wie Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer oder Stempelabgabe. Der Anteil liegt damit bei fast 12 Prozent des gesamten Steueraufkommens von Bund, Kantonen und Gemeinden. In ihrer Prognose fΓΌr das laufende Jahr gehen die Studienautoren von einem leichten RΓΌckgang der WertschΓΆpfung im Finanzsektor aus. Ein recht deutliches Minus bei den Banken werde dabei jedoch durch eine gute Entwicklung bei den Versicherungen fast wieder kompensiert. FΓΌr 2024 wird dann fΓΌr den gesamten Sektor wieder ein Plus von 3,1 Prozent prognostiziert.
Partner-Inhalte
Werbung
Positive Aussichten fΓΌr Versicherer
Im Bankensektor allein soll die WertschΓΆpfung dieses Jahr um 3,4 Prozent sinken. Dies liege etwa in geringeren Dienstleistungsexporten und einem RΓΌckgang der verwalteten VermΓΆgen begrΓΌndet, heisst es. 2024 werden sich die Banken der Analyse zufolge mit einem Wachstum von 4,0 Prozent wieder vom Einbruch erholen. Dagegen sollen Versicherungen 2023 von steigenden PrΓ€mienvolumen profitieren. FΓΌr das laufende Jahr rechnen die Analysten mit einem Plus bei der WertschΓΆpfung von 3,3 Prozent, auch 2024 soll es mit 3,0 Prozent weiter nach oben gehen. Bei der BeschΓ€ftigtenentwicklung der Banken erwarten die BAK-Γkonomen im laufenden Jahr ein leichtes Plus von 0,7 Prozent, vor allem durch einen Ausbau im IT-Bereich. Ab 2024 soll sich dann aber die Integration der CS in die UBS negativ auswirken. Erwartet wird dann ein RΓΌckgang der Vollzeitstellen um 0,8 Prozent, der in den Jahren 2025 bis 2028 mit einem Minus im Schnitt von 0,6 Prozent weitergehen dΓΌrfte. Deutlich besser sieht es bei den Versicherungen aus. Hier rechnen die Analysten mit 1,9 Prozent mehr Vollzeitstellen in diesem Jahr und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Von 2025 bis 2028 sollen die Vollzeitstellen im Schnitt dann um 0,6 Prozent zunehmen. (awp/hzi/bdw)