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Arbeitsmarkt

Arbeitnehmer in Sorge: KI-Einsatz weckt Angst vor Jobverlust

Viele Schweizer Angestellte bangen um den Verlust ihres Arbeitsplatzes durch neue KI-Technologien, wie eine Studie von Deloitte zeigt.

Michaela Geiger, HANDELSZEITUNG, HZ Insurance

KI versus Mensch: Mit der zunehmenden Verwendung von KI-Systemen wird die Arbeit auch bei den Versicherern neu verteilt.
KI versus Mensch: Mit der zunehmenden Verwendung von KI-Systemen wird die Arbeit auch bei den Versicherern neu verteilt.Andreas Berheide - stock.adobe.com

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KΓΌnstliche Intelligenz (KI) ist dabei, die Arbeitswelt zu revolutionieren. Mit Programmen, die auf generativer KI basieren, arbeiten mittlerweile viele Schweizer Angestellte. Eine aktuelle Umfrage von Deloitte bestΓ€tigt: 61 Prozent der Befragten, die mit einem Computer arbeiten, verwenden in der Arbeit bereits generative KI – also kΓΌnstliche Intelligenz, die in der Lage ist, Texte, Bilder oder andere Medien zu generieren. Im privaten Umfeld seien es sogar 64 Prozent.

Reaktionen zwischen Euphorie und Furcht

Die emotionalen Reaktionen auf die neue Technologie sind sehr gemischt: Sie schwanken zwischen Begeisterung und Angst. Knapp die HΓ€lfte aller Teilnehmenden (43 Prozent) der Deloitte-Umfrage fΓΌrchtet aufgrund des zunehmenden Einsatzes von KI-Programmen einen Verlust des Arbeitsplatzes in den kommenden fΓΌnf Jahren. Interessant: Jene Personen, die generative KI tatsΓ€chlich verstΓ€rkt nutzen, Γ€usserten am meisten Angst um ihren Job (69 Prozent).
Im Grossen und Ganzen stehen viele der Befragten der Entwicklung mit einer Mischung aus Angst und Begeisterung gegenΓΌber (35 Prozent). 34 Prozent verspΓΌren nach eigenen Angaben mehr Begeisterung als Angst, fΓΌr 12 Prozent ist es umgekehrt. Ebenfalls 12 Prozent Γ€usserten grosse KI-Begeisterung und keine Bedenken, 4 Prozent fΓΌrchten sich besonders stark vor der KI.

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Studie Deloitte zu KI
Studie Deloitte zu KI
Studie von Deloitte zum Einsatz generativer KI (2023).ZVG Deloitte
Studie von Deloitte zum Einsatz generativer KI (2023).ZVG Deloitte
Mehr digitales Wissen kann vor Jobverlust schΓΌtzen: Davon ist mehr als die HΓ€lfte aller Befragten (54 Prozent) in der Deloitte-Studie ΓΌberzeugt. In der Verantwortung sehen Angestellte allerdings nicht sich selbst, sondern primΓ€r den Arbeitgeber, der ihnen die nΓΆtigen Kenntnisse durch Fort- und Weiterbildungen vermitteln soll.

Oft fehlen Richtlinien fΓΌr die KI-Nutzung

Hier zeigt sich eine ErwartungslΓΌcke: 31 Prozent aller Befragten haben bereits eine aktive UnterstΓΌtzung oder ein Training durch den Arbeitgeber erhalten. Trotz der hohen Nutzungszahlen verfΓΌgen nach Aussage vieler Angestellten (61 Prozent) zahlreiche Firmen noch nicht ΓΌber Unternehmensrichtlinien fΓΌr den Einsatz von KI-Systeme.
Weitere Studien lassen den Schluss zu, dass KI-Systeme den Arbeitsalltag vieler Menschen umfassend verΓ€ndern werden. Die erste Untersuchung stammt von den Chat-GPT-Machern selbst: Forscherinnen des Start-up-Unternehmens Open AI haben sich dazu mit Wissenschaftlern der University of Pennsylvania zusammengetan, um herauszufinden, auf welche Jobs sich Chat GPT am stΓ€rksten auswirkt.
GemΓ€ss Chat-GPT-Studie sollten sich Menschen in diesen Berufen darauf einstellen, dass die KI zumindest einen Teil ihrer bisherigen Aufgaben ΓΌbernehmen kann:
  • Buchhalter/Controller
  • Mathematikerinnen
  • Programmierer
  • Dolmetscherinnen
  • Schriftsteller
  • Texterinnen
Eine weitere Studie der Forschungsabteilung der Investmentbank Goldman Sachs zeigt auf, welche Folgen der Einsatz generativer KI-Systeme fΓΌr den Arbeitsmarkt konkret bedeuten kann und prognostiziert Β«erhebliche StΓΆrungen auf dem ArbeitsmarktΒ».

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Mit Blick auf die USA geht Goldman Sachs davon aus, dass etwa zwei Drittel der derzeitigen ArbeitsplΓ€tze einem gewissen Grad an KI-Automatisierung ausgesetzt sind. Bis zu einem Viertel der derzeitigen Arbeit werde durch generative KI ersetzt werden, so die Prognose. Und rechnet man unsere SchΓ€tzungen auf die ganze Welt hoch, so kΓΆnnte generative KI das Γ„quivalent von 300 Millionen VollzeitarbeitsplΓ€tzen der Automatisierung aussetzen.

Versicherungen setzen auf KI-Technologie

Auch in der Versicherungswelt ist die generative KI auf dem Vormarsch, wenn auch mit gedrosseltem Tempo. Grenzen setzen unter anderem Bedenken bezΓΌglich Datenschutz. Dies belegt eine Studie der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit Adnovum und Spitch (Β«HZ InsuranceΒ» berichtete).
Versicherungen wie Axa, Zurich und Helvetia nutzen neue KI-Technologie mittlerweile schon in vielen Bereichen der VersicherungswertschΓΆpfungskette – unter anderem in der Schadensabwicklung, bei der Erstellung von Risikoprofilen, in der Betrugserkennung, in der Automatisierung von ProzessablΓ€ufen im Underwriting, bei der Verarbeitung von Daten im Backoffice oder im Verkauf und im Marketing.
Beispiel Axa: Zurzeit werde hier geprΓΌft, wie KI-gesteuerte Bildanalyse eingesetzt werden kann, um die Abwicklung von SchadensfΓ€llen zu beschleunigen, teilt Sprecherin JoΓ«lle Jeitler auf Anfrage von Β«HZ InsuranceΒ» mit (siehe Bericht im Β«HZ Insurance PremiumΒ»-Newsletter).

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Die Helvetia verwendet Chat GPT bereits fΓΌr einen neuen Kundenservice und ist damit Vorreiterin in der Versicherungsbranche. Noch hat der Service experimentellen Charakter; langfristig soll er den Zugang zu Versicherungs- und Vorsorgeprodukten vereinfachen.
Um Mitarbeitende auf den Umgang mit KI-Technologien vorzubereiten, ist es erforderlich, in Schulungen und Weiterbildungen zu investieren: Dessen ist sich die Versicherungsbranche bewusst. Zum Beispiel Γ€ussert Sabrina Suske, Datenspezialistin bei der Baloise, auf Anfrage von Β«HZ InsuranceΒ»: Β«Die erfolgreiche EinfΓΌhrung von KI erfordert eine umfassende Kommunikation und Einbindung der Mitarbeitenden.Β»
Dieser Artikel wurde erstmals  5.9.2023 publiziert.
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