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Versicherbarkeit von Cyberrisiken

Β«Wir wollen die korrekte Antwort, nicht die besteΒ»

An einem Webinar der Geneva Association diskutierten internationale Experten die Versicherbarkeit von Cyberrisiken.

Bernd De Wall

Die Versicherbarkeit von Cyberrisiken ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
Die Versicherbarkeit von Cyberrisiken ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.Who is Danny - stock.adobe.com

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Darum geht's:

  • Die steigende Nachfrage nach Cyberversicherungen bringt versicherungstechnische Herausforderungen mit sich
  • Das Risiko ist schwer zu quantifizieren
  • Der Fokus liegt auf internen Risikomodellen und Expertenteams
Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigt die Gefahr, Opfer eines Cyberangriffs zu werden, immer weiter weiter an. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es fΓΌr Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen dabei nicht. Allerdings: Nach jΓΌngsten Erhebungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) sind erst etwas mehr als sieben Prozent der Unternehmen in der Schweiz gegen Cyberangriffe versichert.

Risiko ist schwer einzuschΓ€tzen

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Cyberversicherungen rasant - mit den entsprechenden versicherungstechnischen Herausforderungen, gerade was die Quantifizierbarkeit des Risikos anbelangt, gab Darren L. Pain, Director Cyber & Evolving Liability bei der Geneva Association, am Webinar Β«Cyber Accumulation: Tackling the insurability challengeΒ» zu bedenken. Es gebe derzeit nicht viele verfΓΌgbare Daten von Extremereignissen, welche bei der Berechnung des Risikos hilfreich sein kΓΆnnten. Zudem seien Daten aus der Vergangenheit nicht unbedingt relevant fΓΌr zukΓΌnftige Ereignisse - denn Cyber ist ein sehr dynamisches Risiko.

Enormes Schadenpotenzial

Durch die zunehmende Vernetzung sind auch kritische Infrastrukturen immer mehr von AusfΓ€llen bedroht und ein einziger Ausfall kann eine Kettenreaktion auslΓΆsen und massive SchΓ€den anrichten. Produktionslieferketten sind darΓΌber hinaus immer abhΓ€ngiger von Drittanbietern, die unter anderem digitale Services zur VerfΓΌgung stellen, stellte Pain die Gefahrenlage dar. Zero-day und Open-source-Software-Schwachstellen treten damit fast unweigerlich auf, was die Risiken erhΓΆht. Da viele Organisationen dazu neigen, Γ€hnliche Software, Sicherheitsprogramme und andere IT-Infrastrukturen zu verwenden, sind oft mehrere Organisationen gleichzeitig anfΓ€llig.

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Drohende Massenklagen

Das kann zu massenhaften EntschΓ€digungsansprΓΌchen von Kunden, Lieferanten und anderen Beteiligten fΓΌhren, deren Daten und Systeme mΓΆglicherweise kompromittiert wurden, so Pain. Und auch das Risiko von Massenklagen sei fΓΌr Versicherer nicht zu vernachlΓ€ssigen. Kein Wunder, wollen Versicherungen ihr Exposure bei Cyberrisiken mΓΆglichst gering halten - sei es ΓΌber erhΓΆhte Sicherheitsanforderungen an Unternehmen oder entsprechende RΓΌckversicherungslΓΆsungen.

Risiken minimieren

Auf der anderen Seite wird von Unternehmen und grossen Cloud-Service-Anbietern viel unternommen, um die Cybersicherheit zu erhΓΆhen und zu verhindern, dass der Ausfall eines Elements sofort auf andere ΓΌbergreift. So werden beispielsweise Cloud-Infrastrukturen fΓΌhrender Unternehmen auf verschiedene geografische Regionen verteilt. Diese disaggregierenden Faktoren tragen laut Pain dazu bei, die geografische und sektorale Auswirkung eines Cybervorfalls zu reduzieren und die damit verbundenen Kosten fΓΌr Betriebsunterbrechungen oder SchΓ€den an VermΓΆgenswerten zu verringern.

Korrekte Antworten finden

In der anschliessenden Diskussion skizzierten Simon Heather, Head of Cyber Catastrophe Modelling bei Gallagher Re und Max Perkins, Head of Strategy and Innovation fΓΌr Cyber & Technology bei Axis Capital, die Bedeutung von Cyber-Risikmodellen. GrundsΓ€tzlich sei es wichtig, kompetente Expertenteams fΓΌr dieses schnell voranschreitende Risiko zu bilden und ΓΌber eine solide Kapitalbasis zu verfΓΌgen. Der Fokus auf das Risiko und interne Modelle mΓΌsse konstant beibehalten werden, wie Perkins klar machte: Β«Wir wollen die korrekte Antwort, nicht die beste.Β»

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Verschiedene Risiken, verschiedene Modelle

Dass Risikomodelle unterschiedlich funktionieren, unterstrich Simon Heather. Es gebe zwar viel Erfahrung mit Naturkatastrophen, aber Cyberrisiken seien nicht vergleichbar. Dort mΓΌsse man pragmatischer sein. Es gelte, kontinuierlich in das Modelling von Cyberrisiken zu investieren. Denn der Wille im Markt, auf Cyberversicherungen zu setzen, sei sowohl bei Erst- wie auch RΓΌckversicherern vorhanden. Um eine bessere Datengrundlage zu erhalten, mΓΌssten auch andere Stakeholder wie Cloud-Provider oder IT-Unternehmen ins Boot geholt werden.
Am Ende waren sich alle einig, dass es eine ganzheitliche Betrachtungsweise brauche, um den Herausforderungen im Underwriting von Cyberrisiken zu begegnen - und auch ein gewisses Β«Out of the box-DenkenΒ».
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