Versicherer probieren beim Krankentaggeld neue Modelle aus
Krankentaggeld und Innovation? Das in der Schweiz noch wenig verbreitet MGA-Modell könnte einige der Innovationshürden aufbrechen.
Lukas Stricker
Hatten sichtlich Freude an der Diskussion: Alexander Lacher (KPMG), Fabian Mächler (grape) und Jürg Portmann (Co-Leiter Institut für Risk & Insurance, v.l.n.r.). zVg
Das eher stiefmütterlich behandelte Krankentaggeld-Geschäft wird von Versicherern oft als «leider» notwendiges Anhängsel zum eigentlich gewünschten BVG-, UVG- und UVGZ-Paket angeboten. Leider, da das Geschäft häufig unprofitabel ist. Zahlreiche Schnittstellen zu Leistungserbringern und diversen Betriebssystemen der Firmenkunden sowie hohe Datenschutzanforderungen machen die Administration aufwändig. Ausserdem zeigt das Krankentaggeldgeschäft strukturell hohe Schadenfrequenzen mit durchschnittlich tiefen Schadensummen. Es lohnt sich deshalb für die Versicherer nur eingeschränkt, sich mit einem aktiven Case Management für die schnelle Rückkehr der versicherten Mitarbeitenden einzusetzen.
Auch wenn dies in der Gesamtbetrachtung, die mögliche Folgekosten in der Arbeitslosenversicherung, IV und AHV miteinbezieht, sehr wichtig wäre. In Summe resultiert ein Leistungsbereich, der eher «administriert» als aktiv bewirtschaftet wird. Am Insurance Circle des Instituts für Risk & Insurance der ZHAW wurden mögliche Wege aus dieser Innovationsblockade diskutiert.