Je stΓ€rker der Akku, desto hΓΆher der Fahrzeugwert
Der Ersatz einer Batterie eines Elektrofahrzeugs kostet zwischen 13'000 und rund 46'000 Euro β sie ist damit die teuerste Komponente des elektrischen Antriebs. Ihr Zustand bestimmt ΓΌber die Alltagstauglichkeit und den Wert eines Fahrzeugs. Β«Bei Elektrofahrzeugen sind die Batteriedaten der neue Kilometerstand. Negative EinflΓΌsse auf den Akku kΓΆnnen schnell zu einem gesteigerten KapazitΓ€tsverlust von bis zu 20 Prozent fΓΌhrenΒ», sagte Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs AG, auf dem 11. Allianz Autotag.
Partner-Inhalte
Werbung
Β«Nur damit lΓ€sst sich sicherstellen, dass in Zukunft der Gebrauchtwagenhandel datenbasiert und korrekt abwickelt werden kann.Β»
Frank Sommerfeld, CEO der Allianz
Β«Langfristig fΓΌhrt dies zu einem deutlich erhΓΆhten Wertverlust des Fahrzeugs. Dieser kann je nach Hersteller und Modell bis zu 25 Prozent betragen, in EinzelfΓ€llen auch darΓΌber.Β»
Β«Auch weil die so wichtigen Batteriedaten hΓ€ufig fehlen, kommt der Gebrauchtmarkt fΓΌr E-Fahrzeuge nicht in Schwung.Β»
Frank Sommerfeld, CEO der Allianz
UngΓΌnstig wirken sich beispielsweise zu hΓ€ufiges Schnellladen, lange Standzeiten, hohe Umgebungstemperaturen, ein zu niedriger Ladezustand sowie das Internal Nichteinhalten der Ladeempfehlung zwischen 10 und 80 Prozent aus. Wird ein Fahrzeug zudem in das Stromnetz integriert (Car2Grid) und erfΓ€hrt damit zusΓ€tzliche Lade- und Entladezyklen, hat das ebenfalls Einfluss auf die Lebensdauer, ohne dass das Fahrzeug bewegt wird.
Unsicherheit ΓΌber Batteriezustand hemmt den Gebrauchtwagenmarkt fΓΌr EAutos
Beim Fahrzeugverkauf kann die Unsicherheit ΓΌber den Zustand der Batterie ein erhebliches Hindernis fΓΌr einen werthaltigen Verkauf darstellen. Β«Auch weil die so wichtigen Batteriedaten hΓ€ufig fehlen, kommt der Gebrauchtmarkt fΓΌr E-Fahrzeuge nicht in Schwung,Β» sagte Sommerfeld. Β«Den genauen Zustand und damit auch den Wert der Batterie zu kennen ist wichtig fΓΌr alle, die ein Elektrofahrzeug kaufen oder verkaufen mΓΆchten. Wir fordern deshalb beim Verkauf oder Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs die Bereitstellung geeigneter Batteriedaten zur Vorlage eines unabhΓ€ngigen Zertifikats ΓΌber den Zustand der Batterie. Nur damit lΓ€sst sich sicherstellen, dass in Zukunft der Gebrauchtwagenhandel datenbasiert und korrekt abwickelt werden kannΒ», sagte Sommerfeld.
Werbung
Das Gleiche gilt fΓΌr die Abwicklung von UnfallschΓ€den. Nur ein kontinuierliches Monitoring kann den Nutzerinnen und Nutzern laufend Transparenz zum Zustand der Batterie ermΓΆglichen. Sollte die Batterie bei einem Unfall schwer beschΓ€digt worden sein, kann eine Zustandsermittlung und damit der Nachweis ΓΌber den korrekten Zeitwert gefΓΌhrt werden. Dies gilt insbesondere, wenn aufgrund der BeschΓ€digung eine Diagnose des Batteriezustands nicht mehr durchfΓΌhrbar ist.
Β«Ein FrΓΌhwarnsystem bei Elektrofahrzeugen zur Branderkennung wΓ€re ein grosser Vorteil.Β»
Frank Sommerfeld, CEO Allianz
Sollen im Sinne der Nachhaltigkeit zum Beispiel einzelne Batteriemodule noch weiter verwendbar bleiben, mΓΌssen deren Lebensdauerverbrauch und deren chemische Zusammensetzung bekannt sein. Allianz fordert einfachen Zugriff auf die Batteriedaten Die kΓΌnftigen Regularien des EU Data Acts ermΓΆglichen es, dass unsere Kundinnen und Kunden auf die von ihnen erzeugten Daten einfach zugreifen kΓΆnnen. Dies wird kΓΌnftig die Schadenbeurteilung, insbesondere die Schadenanalyse bei Akkus, deutlich verbessern. Ein idealer Prozess zur Schadenbewertung ist die Kombination von mechanischer Analyse des BatteriegehΓ€uses und elektronischer Diagnose des Batteriezustands. Durch die Diagnose und damit verbundene Reparaturoption bei Batterien entstehen wesentliche Vorteile fΓΌr die Kundinnen und Kunden β sowohl im Sinne der Reparaturkostenreduktion und verbesserter Typklassen als auch der Nachhaltigkeit der Produkte ΓΌber den Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg. Β«Wir fordern daher, dass die wesentlichen Fahrzeugdaten fΓΌr die Batteriediagnose, Zeitwertbestimmung und Batterieprognosemodelle durch die Fahrzeughersteller kontinuierlich bereitgestellt werdenΒ», sagte Sommerfeld.
Werbung
FrΓΌhwarnsystem bei Brandrisiken
Durch geeignete Sensoren, die beispielsweise CO2 und Wasserstoff erkennen, sowie eine geeignete Datenanalyse kΓΆnnte kΓΌnftig im bordeigenen System der Batteriezustand laufend ΓΌberwacht werden. Dies ermΓΆglicht Elektrofahrzeugen β analog zum eCall β, frΓΌhzeitig vor potenziellen Brandrisiken zu warnen. Β«Ein Internal automatisches FrΓΌhwarnsystem bei Elektrofahrzeugen zur Branderkennung wΓ€re insbesondere fΓΌr die SchadenprΓ€vention ein grosser Vorteil, da potenziell schadhafte Zellen frΓΌhzeitig erkannt werden kΓΆnnen.
Aber auch nach einem Verkehrsunfall fΓΌhrt eine solche Γberwachung zu Verbesserungen, zum Beispiel beim Einsatz der Feuerwehr oder Rettungsdienste, beim Abschleppen, Abstellen oder in der Obhut der WerkstΓ€ttenΒ», sagte Sommerfeld. Als Grundvoraussetzung fΓΌr solche Warnsysteme seien internationale, einheitliche Standards fΓΌr die bereitgestellte Information, DatenΓΌbertragung und geeignete Reaktionen.